Die Trauerrede
Wie können wir das unverständliche für uns fassbar machen?
Der Trauer Worte und dem Abschied eine Sprache zu geben ist, wie eine Brücke zu bauen, von dem Verstorbenen - zu den Lebenden.
Wenn ein Mensch stirbt, der Teil unseres eigenen Lebens war, ruft sein Tod Schmerz und Verzweiflung hervor und bringt uns mit unseren eigenen Grenzen in Berührung.
Sich erinnern und eine persönliche Würdigung und Wertzuschätzung des Verstorbenen zu erfahren, bringt Trost.
Indem wir in der Erinnerung den einzigartigen Lebensspuren nachgehen, wird gerade dieses Leben in seiner Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit noch einmal spürbar.
Gleichzeitig soll die Gemeinschaft der Lebenden gestärkt werden, um Hoffnung und Zuversicht zu geben für erste Schritte in die Zukunft in dem Gefühl: Ich bin nicht allein.
Darum ist es mir so wichtig, eine Trauerrede wirklich ganz individuell zu halten.
Denn jeder Mensch hat eine besondere, ihm ganz eigene Würde und Persönlichkeit und so sollte er auch in seiner besonderen Einzigartigkeit am Ende seines Lebens betrachtet werden.
Im Trauergespräch habe ich von Ihnen, den Angehörigen wertvolle Informationen bekommen, die es mir ermöglichen, ein würdiges und, vor allem für Sie stimmiges, Bild ihres Verstorbenen zu zeichnen.
Es kommt zur Sprache, was Ihnen am Leben der gestorbenen Person wichtig ist. Dabei können die verschiedenen Facetten des Lebens anklingen, Gelungenes und weniger Gelungenes, Schwieriges und Schönes.
Gleichzeitig soll die Trauer Platz haben: Abschied nehmen, den Schmerz und die Leere aushalten – und im gemeinsamen Trauern ein Stück weit Trost und Halt finden.
Im Anschluss an meine Rede nehmen Sie Abschied von Ihrem verstorbenen Angehörigen. Je nach Art der Bestattung - in der Trauerhalle oder direkt an einer ausgewählten Grabstelle.
Jeder Einzelne hat dann Gelegenheit sich noch einmal ganz individuell und persönlich, ohne Zeitdruck und ohne jegliche Vorgaben vom Verstorbenen zu verabschieden.